Symposium 2023

wissenschaftliches Symposium in Rostock:
Wochenweise Fremdbetreuung im frühen Kindesalter – Erfahrungen aus der DDR und
internationale Perspektiven

Freitag, 21. April 2023, bis Sonnabend, 22. April 2023
+ Zusatzprogramm: Filmpräsentation am Sonntag, 23. April 2023

Programmflyer hier als Download

Das Symposium ist Teil des Begleitprogramms zu „abgegeben – eine Ausstellung über Wochenkrippen in der DDR“ von Sophie Linz in der Kunsthalle Rostock (Schaudepot) vom 05.03.2023 bis 01.05.2023.

 

Eintritt: frei
Ort: Kunsthalle Rostock, Schaudepot
Hamburger Straße 40, 18069 Rostock
Anmeldung: Um Anmeldung wird bis zum 14.04.2023 gebeten.
unter: kunsthalle@rostock.de oder Tel.: +49 (0) 381 381-7000

Das Symposium wird als Kooperationsprojekt von der Universitätsmedizin Rostock, der Kunsthalle Rostock und von Wochenkinder.de durchgeführt.
CME-Punkte werden dafür beantragt.
Eingeladen sind alle Interessenten an den Themen Wochenkinder und institutioneller Fremdbetreuung von Säuglingen und Kleinkindern.
In den 1950er und 1960er Jahren wurden in der DDR fast 40.000 Plätze zur wochenweisen Fremdbetreuung von Kindern im Alter zwischen 6 Wochen und 3 Jahren geschaffen. Dazu kamen die Wochenheime für die Kinder ab 3 Jahren. Wochenweise bedeutete, dass diese Kinder Tag und Nacht in der Einrichtung verblieben und zu ihren Eltern nur am Wochenende Kontakt hatten.
Diese intensive Betreuungsform galt als ökonomisch und als wichtige Voraussetzung für die Umsetzung der Gleichberechtigung der Frauen – mit teils lebenslangen Folgen für die Kinder. Die letzten derartigen Plätze wurden erst
1992 abgeschafft.
Seit einigen Jahren sind die Geschichte der Wochenbetreuung und die Entwicklung der dort untergebrachten Kinder ins Interesse verschiedener Forschungsprojekte gerückt. Erste Ergebnisse werden auf diesem Symposium diskutiert. Dabei kommen auch ehemalige Wochenkinder selbst zu Wort, so wie in der Ausstellung „abgegeben“ von Sophie Linz.
Eine solche Fremdbetreuung über Nacht gab es aber nicht nur in der DDR. Deshalb werden auch Forschungsprojekte zu ähnlichen Betreuungsformen in anderen Ländern vorgestellt: zu Wochenkrippen in der damaligen ČSSR sowie zu Säuglingsheimen in der BRD zu jener Zeit und in der Schweiz.
Vorläufiges Programm

 

Freitag, 21.04.2023:

18.00 Uhr   Führung in der Ausstellung: „abgegeben“ (Anmeldung erforderlich)

19.00 Uhr   Buchpremiere: „Wochenkinder in der DDR“, (Psychosozial-Verlag)
                              mit der Autorin Heike Liebsch
                                mehr Informationen: hier

anschließend: Come together 

Samstag, 22.04.2023:

08.30 – 09.00 Uhr   Anmeldung und Ankommen

09.00 Uhr   Begrüßung / Grußworte
                              Prof. Dr. Carsten Spitzer (Universitätsmedizin Rostock)

09.15 Uhr    Die Bedeutung der frühen Objektbeziehungen und Folgen zu früher Trennungserfahrungen
                              Dr. Agathe Israel (Psychotherapeutin)

10.00 Uhr    Biographische Folgen von Heimaufenthalten
                              Prof. Dr. Karsten Laudien (Evangelische Hochschule Berlin)

10.45 – 11.00 Uhr Pause 

11.00 Uhr    Erfahrungen mit der kollektiven Erziehung von Kleinkindern in der ehemaligen ČSSR
                      Dr. Jaroslav Šturma (Dětské centrum Paprsek, Prag)

11.45 Uhr      Säuglingsheimplatzierungen in der Schweiz – Lebensgeschichten nach 60 Jahren
                              Dr. Patricia Lannen (Marie Meierhofer Institut für das Kind der Universität Zürich)

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

13.30 Uhr    Beschädigte Kindheit – zum Krippensystem der DDR
                              Prof. Dr. Florian von Rosenberg (Universität Erfurt)

14.15 Uhr  Säuglingsheime in West- und Ostdeutschland
                              Dr. Felix Berth (Deutsches Jugendinstitut München)

15.00 – 15.30 Uhr Pause 

15.30 – 16.30  Uhr  Thementische (1 x Wechsel nach 30 Minuten)

Tisch 1: Erstes Zwischenergebnis zu dem Forschungsprojekt:
Bindung und seelische Gesundheit von ehemaligen Wochenkrippenkindern
          Eva Flemming
und Stefanie Knorr (Universitätsmedizin Rostock)

Tisch 2: Erfahrungen der Teilnehmer*innen an dem Schreibprojekt der Testimony-Studie
          Dr. Maya Böhm (Medical School Berlin)

Tisch 3: Psychosoziale Hilfsangebote
          Susanne Vogel (Psychotherapeutin)

Tisch 4: Selbsthilfe von ehemaligen Wochenkindern
          Christian Jakubaszek (SHG Berlin) 

16.45 – 18.00 Uhr      Fishbowl (offene Gesprächsrunde im Plenum)

18.00 – 18.30 Uhr       „Sprachlos“ Pantomimischer Ausklang mit Azl

Sonntag, 23.04.2023:

10.00 Uhr   Führung in der Ausstellung: „abgegeben“ (Anmeldung erforderlich)

11.00 Uhr   Filmvorführung: „Děti bez lásky(Kinder ohne Liebe)
vollständiger Originalfilm (1963) von dem Prager Psychologen Zdeněk Matějček mit deutschen Untertiteln

12.00 Uhr   Filmvorführung und Gespräch mit den Autoren: „Die Tränen der Kinder
Ein Film von Katja Aischmann und Steffen Hengst über die Wochenkrippenkinder in der DDR (Film aus dem Jahr 2021)

 

Hinweise zur Anmeldung: 
Bitte geben Sie bei der Anmeldung für das Symposium an,
ob Sie:
a) an der Führung in der Ausstellung „abgegeben“ am 21.04.2023, 18.00 Uhr (nur 20 Plätze)
b) an der Buchpremiere am 21.04.2023, 19.00 Uhr
c) an dem Symposium am 22.04.2023, 09.00-19.00 Uhr
d) an der Führung am 23.04.2023 in der Ausstellung „abgegeben“, 10.00 Uhr (nur 20 Plätze)
e) an der Filmveranstaltung am 23.04.2023, 11.00-14.00 Uhr
teilnehmen möchten.

Um Anmeldung wird bis zum 14.04.2023 gebeten.
unter: kunsthalle@rostock.de oder Tel. Kasse: +49 (0) 381 381-7000

Teilnahme nur nach Anmeldung möglich.

Achtung: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
CME-Punkte werden beantragt.

 

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